Platin und Weißgold können sich auf den ersten Blick ähneln. Beim Tragen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: Platin ist von Natur aus weiß, fühlt sich vergleichsweise schwer an und entwickelt mit der Zeit eine charakteristische Oberfläche.
Besonders bei Trauringen, Verlobungsringen und Schmuck mit Diamanten lohnt es sich, Platin genauer kennenzulernen.
Kurz beantwortet
- Ist 950er Platin reines Platin?
950er Platin besteht zu 95 Prozent aus reinem Platin. Die übrigen fünf Prozent sind weitere Metalle, welche die Verarbeitung und die Eigenschaften der Legierung beeinflussen. - Kann Platin zerkratzen?
Ja. Auch Platin bekommt im Alltag Kratzer und Tragespuren. Daraus entwickelt sich mit der Zeit die typische seidenmatte Platinpatina. - Ist Platin härter als Gold?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Härte, Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit sind unterschiedliche Materialeigenschaften. Platin ist dicht und zäh, kann an seiner Oberfläche aber trotzdem vergleichsweise schnell feine Kratzer zeigen. Zusätzlich kommt es auf die jeweilige Legierung an. - Verändert Platin seine Farbe?
Platin besitzt von Natur aus einen weiß-grauen Farbton und vergilbt nicht. Durch Tragespuren kann die Oberfläche matter erscheinen, der natürliche Grundton des Materials bleibt jedoch erhalten. - Ist Platin besser als Weißgold?
Keines der beiden Materialien ist grundsätzlich besser. Platin ist schwerer, von Natur aus weiß und entwickelt eine Patina. Weißgold fühlt sich meist leichter an und besitzt häufig eine rhodinierte Oberfläche. Entscheidend ist, welche Eigenschaften Sie bevorzugen. - Kann ein Platinring in der Größe verändert werden?
Bei vielen Platinringen ist eine Größenänderung möglich. Ob sie durchgeführt werden kann, hängt von der Legierung, dem Design, vorhandenen Steinen und dem erforderlichen Umfang ab. Der Ring sollte deshalb vorher fachgerecht begutachtet werden.
Was macht Platin als Schmuckmaterial besonders?
Platin besitzt einen natürlich weiß-grauen Farbton. Es benötigt in der Regel keine zusätzliche Beschichtung, um seine Grundfarbe zu erhalten. Durch seine hohe Dichte fühlt sich ein Schmuckstück aus Platin häufig schwerer und präsenter an als ein vergleichbares Modell aus Gold. Viele Menschen empfinden genau dieses Gewicht als besonders wertig.
Platin ist allerdings nicht unverwundbar. Auch dieses Edelmetall bekommt Kratzer und verändert seine Oberfläche. Gerade dieser Alterungsprozess unterscheidet Platin von vielen anderen Schmuckmaterialien.
Was bedeutet 950 bei Platin?
Die Kennzeichnung 950 bedeutet, dass 950 von 1.000 Teilen aus reinem Platin bestehen. Das entspricht einem Platinanteil von 95 Prozent. Die übrigen fünf Prozent bestehen aus weiteren Metallen, die gezielt eingesetzt werden, um Verarbeitung und Materialeigenschaften zu beeinflussen. Nicht jedes Schmuckstück aus Platin besitzt automatisch einen Feingehalt von 950. Die eingeprägte Kennzeichnung gibt Auskunft über den jeweiligen Platinanteil.
Platin oder Weißgold: Wo liegen die Unterschiede?
Platin und Weißgold sind zwei eigenständige Materialien. Welches besser zu Ihnen passt, hängt davon ab, welche Optik, welches Tragegefühl und welche Entwicklung der Oberfläche Sie bevorzugen.
- Die Farbe
Platin ist von Natur aus weiß-grau. Weißgold entsteht dagegen durch die Verbindung von Gold mit hellen Metallen und wird häufig zusätzlich rhodiniert. Durch diese Beschichtung erhält Weißgold eine besonders helle Oberfläche. Die Rhodiumschicht kann sich mit der Zeit verändern und bei Bedarf erneuert werden. Platin behält seinen natürlichen Grundton. - Das Gewicht
Platin besitzt eine hohe Dichte. Ein Platinschmuckstück fühlt sich deshalb bei vergleichbarer Größe häufig schwerer an als ein Schmuckstück aus Weißgold. Manche Menschen mögen dieses spürbare Gewicht. Andere bevorzugen ein leichteres Tragegefühl. Am zuverlässigsten lässt sich der Unterschied durch direktes Anprobieren beurteilen. - Die Oberfläche
Sowohl Platin als auch Weißgold können im Alltag Kratzer bekommen. Bei Platin verdichten sich feine Tragespuren mit der Zeit zu einer leicht seidenmatten Oberfläche, der sogenannten Platinpatina. Weißgold verändert sich abhängig von seiner Legierung und einer eventuell vorhandenen Rhodiumbeschichtung auf andere Weise. - Der Edelmetallanteil
Platinschmuck wird häufig mit einem Platinanteil von 95 Prozent verarbeitet. Bei Weißgold sind unter anderem Legierungen mit 58,5 oder 75 Prozent Gold üblich. Ein höherer Edelmetallanteil bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Schmuckstück für jeden Menschen und jeden Alltag besser geeignet ist.
Warum wird Platin besonders häufig für Ringe gewählt?
Ringe werden stärker beansprucht als viele andere Schmuckstücke. Sie kommen täglich mit Oberflächen in Berührung und sollen trotzdem über viele Jahre angenehm zu tragen sein. Platin wird für Trauringe und Verlobungsringe unter anderem gewählt, weil es:
- seinen natürlich hellen Grundton behält
- ein deutlich spürbares Gewicht besitzt
- sich für präzise gearbeitete Fassungen eignet
- Diamanten farblich zurückhaltend begleitet
- mit der Zeit eine charakteristische Patina entwickelt
Wie alltagstauglich ein Ring tatsächlich ist, hängt aber nicht nur vom Material ab. Auch Ringbreite, Stärke, Oberfläche, Fassung und Verarbeitung spielen eine wichtige Rolle.
Was ist die Platinpatina?
Bei regelmäßigem Tragen entstehen auf Platinschmuck feine Kratzer und Gebrauchsspuren. Gemeinsam lassen sie die Oberfläche mit der Zeit etwas matter und seidiger wirken. Diese Platinpatina ist keine Verfärbung und kein Qualitätsmangel. Sie ist eine typische Folge des Tragens.
Manche Menschen schätzen diese persönliche Oberfläche, weil sie das Leben des Schmuckstücks sichtbar macht. Wer den ursprünglichen Glanz bevorzugt, kann das Schmuckstück fachgerecht aufarbeiten lassen.
Ist Platin für den Alltag geeignet?
Platin eignet sich grundsätzlich gut für regelmäßig getragenen Schmuck. Trotzdem sollte auch ein Platinschmuckstück nicht mit Unverwundbarkeit verwechselt werden.
Bei Gartenarbeit, Sport, handwerklichen Tätigkeiten und schweren Arbeiten ist es sinnvoll, Ringe abzulegen. Dadurch werden nicht nur die Oberfläche, sondern auch Fassungen und eingesetzte Steine geschützt. Für die Alltagstauglichkeit zählt immer das gesamte Schmuckstück – nicht allein das verwendete Edelmetall.
Ist Platin für empfindliche Haut geeignet?
Platinschmuck mit einem Feingehalt von 950 besitzt nur einen vergleichsweise kleinen Anteil weiterer Metalle und wird deshalb häufig auch bei empfindlicher Haut gewählt. Eine allgemeine Verträglichkeitsgarantie lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Bei bekannten Unverträglichkeiten sollte die genaue Zusammensetzung der Legierung vor dem Kauf geklärt werden.
Wovon hängt der Preis von Platinschmuck ab?
Der aktuelle Rohstoffpreis ist nur ein Bestandteil des Schmuckpreises. Hinzu kommen unter anderem:
- der Platinanteil
- das Gewicht des Schmuckstücks
- die aufwendige Verarbeitung
- Design und Marke
- Edelsteine und ihre Fassung
- der handwerkliche Aufwand
Durch seine hohe Dichte kann ein Platinschmuckstück bei vergleichbarer Größe mehr wiegen als ein Modell aus Gold. Auch die Verarbeitung stellt besondere Anforderungen. Deshalb lässt sich der Preis nicht allein anhand des aktuellen Platin- oder Goldkurses vergleichen.
Platin oder Weißgold? Der Unterschied zeigt sich am Finger.
Farbe, Gewicht und Tragegefühl lassen sich auf Bildern nur eingeschränkt beurteilen. Erst beim Anprobieren wird deutlich, welches Material wirklich zu Ihnen passt.
Bei Juwelier Wirnshofer vergleichen wir gemeinsam mit Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten. Dabei berücksichtigen wir das gewünschte Schmuckstück, Ihren Alltag, Ihre persönlichen Vorlieben und den Preisrahmen, in dem Sie sich wohlfühlen.