Ja, vorhandenes Gold kann häufig in ein neues Schmuckstück einfließen. Es wird jedoch nicht automatisch eingeschmolzen und direkt in eine neue Form gegossen.
Zuerst muss geklärt werden, welche Legierung vorliegt, ob Fremdmetalle oder Lötstellen enthalten sind und welche Eigenschaften das neue Schmuckstück benötigt.
Kurz beantwortet
- Kann Schmuck aus unterschiedlichen Goldfarben zusammengeschmolzen werden?
Nicht ohne Weiteres. Die verschiedenen Legierungen müssen zunächst geprüft und gegebenenfalls getrennt aufbereitet werden. - Erhalte ich garantiert genau mein eigenes Gold zurück?
Nur wenn eine direkte, getrennte Verarbeitung vereinbart und technisch möglich ist. Bei einer Aufbereitung wird meist der enthaltene Goldwert berücksichtigt. - Können vorhandene Edelsteine weiterverwendet werden?
Häufig ja. Vorher müssen Zustand, Maße und Eignung für die neue Fassung geprüft werden.
Welches Gold kommt grundsätzlich infrage?
Geprüft werden können beispielsweise:
- nicht mehr getragene Ringe
- gerissene Ketten und Armbänder
- einzelne Ohrringe
- beschädigte Anhänger
- geerbte Schmuckstücke
- Reste früherer Umarbeitungen
Eine Punze wie 333, 585 oder 750 liefert einen ersten Hinweis auf den Feingoldanteil. Für die Verarbeitung reicht der Stempel allein jedoch nicht immer aus.
Warum wird altes Gold nicht einfach eingeschmolzen?
Ein Schmuckstück besteht selten nur aus einer einheitlichen Goldlegierung. Es kann zusätzlich enthalten:
- Lötstellen
- Verschlüsse und Federn
- Beschichtungen
- unterschiedliche Goldfarben
- Metalle aus früheren Reparaturen
- Edelsteine und Fassungsmaterialien
Werden ungeeignete Bestandteile gemeinsam eingeschmolzen, lassen sich Farbe, Härte und Verarbeitbarkeit der neuen Legierung nur schwer zuverlässig bestimmen.
Drei mögliche Wege zum neuen Schmuckstück
– Das Gold wird direkt weiterverarbeitet
Ist das Material geeignet und eindeutig zusammengesetzt, kann eine direkte Verarbeitung möglich sein. So bleibt ein besonders enger Bezug zum ursprünglichen Schmuckstück erhalten.
Ob dieser Weg technisch sinnvoll ist, hängt vom gewünschten Entwurf und der vorhandenen Goldmenge ab.
– Das Gold wird aufbereitet
Das Material kann getrennt und zur Rückgewinnung des Feingolds aufbereitet werden. Anschließend entsteht daraus eine kontrollierte neue Legierung.
Dabei wird nicht zwingend exakt dasselbe physische Gold zurückgegeben. Stattdessen wird der ermittelte Materialwert oder eine entsprechende Goldmenge berücksichtigt.
– Einzelne Bestandteile werden übernommen
Manchmal ist es sinnvoller, nur ausgewählte Elemente weiterzuverwenden – beispielsweise:
- einen Diamanten
- einen farbigen Edelstein
- einen gravierten Bereich
- ein charakteristisches Gestaltungselement
So kann die Verbindung zum alten Schmuckstück erhalten bleiben, während die neue Fassung technisch passend aufgebaut wird.
Können verschiedene Goldlegierungen kombiniert werden?
333er-, 585er- und 750er-Gold sollten nicht ohne Prüfung miteinander verschmolzen werden. Auch Gelbgold, Weißgold und Roségold besitzen unterschiedliche Zusammensetzungen.
Eine unkontrollierte Mischung kann zu einer unbekannten Legierung mit nicht vorhersehbarer Farbe und Härte führen. Deshalb werden Materialien zunächst sortiert und bewertet.
Reicht die vorhandene Goldmenge aus?
Nicht immer. Das hängt ab von:
- Gewicht und Feingoldanteil des vorhandenen Materials
- Größe und Stärke des neuen Schmuckstücks
- gewünschter Legierung
- Herstellungsverfahren
- erforderlicher Materialreserve
Für einen massiveren Ring kann zusätzliches Gold notwendig sein. Umgekehrt kann ein Restwert verbleiben, wenn nicht das gesamte Material benötigt wird.
Wie läuft die Prüfung ab?
Vor einer Umarbeitung werden zunächst Schmuckstücke und Materialien gesichtet. Danach lässt sich klären:
- Welche Legierungen sind vorhanden?
- Welche Steine oder Elemente können übernommen werden?
- Ist eine direkte Verarbeitung sinnvoll?
- Wird zusätzliches Material benötigt?
- Welcher Entwurf lässt sich damit umsetzen?
Erst dann sollte entschieden werden, welcher Weg fachlich und wirtschaftlich passt.
Möglichkeiten einer Umarbeitung besprechen
Nicht jedes alte Schmuckstück muss in seiner bisherigen Form erhalten bleiben. Eine Materialprüfung zeigt, welche Bestandteile sich sinnvoll in einen neuen Entwurf übernehmen lassen.